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Frauen Deutsche 7er Liga Finale in Hamburg
Samstag, 20. und 21. Mai 2017, Bericht: Karin Knigge

 

Geschafft! Deutsche Meisterschaften im Rugby in Hamburg!

Als Zweitplatzierter der Liga Süd reisten die zwölf Spielerinnen des MRFC gemeinsam mit ihrem Coach und zwei Supportern nach Hamburg, um dort ihr Bestes zu geben. Ebenso dabei war eine Physiotherapeutin, welche extra zur Unterstützung des MRFC aus Luxemburg anreiste. In Hamburg trafen die zwölf besten Mannschaften aus ganz Deutschland aufeinander, um um den Titel des Deutschen Meisters zu kämpfen. Die jeweils zwei besten Mannschaften aus den vier Ligen kamen aus allen Teilen Deutschlands zusammen. Aufgeteilt in drei verschiedenen Pools mit jeweils vier Teams ging es am ersten Tag darum, sich für den nächsten Tag entweder für die Runde um die Plätze 1-8 oder jene um die Plätze 9-12 zu qualifizieren. Hierfür hatte man am Samstag drei Spiele zu bestreiten. Die zwei besten Teams aus den jeweiligen Pools waren sicher für die Runde um die Plätze 1-8 gesetzt, ebenso würden die zwei jeweils besten Drittplatzierten aus den Pools um den Meistertitel mitkämpfen können.
Am Sonntag standen dann entweder drei Spiele um die ersten acht Plätze an oder zwei um die restlichen vier an.

München RFC : ASV Köln
29 : 00

Pünktlich um 10:30 Uhr eröffnete die Partie des MRFC gegen Köln die Deutschen Meisterschaften in Hamburg.
Mit Köln stand den Münchnerinnen mit dem Deutschen Meister des Vorjahres gleich zu Beginn der vermeintlich stärkste Gegner bevor. Davon uneingeschüchtert kämpfte das MRFC-Team tapfer und machte es den Kölnerinnen schwer. Trotz deren anfänglicher Strukturiertheit und scheinbarer Überlegenheit warfen die MRFC-Ladies alles dagegen, was sie hatten und erlaubten nur durch kleine Fehler vereinzelte Durchbrüche der Gegnerinnen. Das Spiel der Kölnerinnen, welche sich die überwiegende Zeit im Angriff befanden, wurde durch die Abwehr des MRFC erheblich gestört. Leider gelang es dem MRFC selbst trotz einiger guter Ansätze nicht, einen Versuch zu legen, weshalb es am Ende 00:29 stand.

 München RFC : Stuttgarter RC
10 : 22

Nach der ersten Niederlage waren die MRFC-Ladies nun heiß auf einen Sieg. Deutlich strukturierter als in der ersten Begegnung gingen die Spielerinnen nun gegen die Stuttgarter an den Start und fanden immer mehr in ihr Spiel. Durch den ersten Versuch der Gegnerinnen ließen sie sich nicht verunsichern und kämpften unerschrocken weiter. Auch durch den zweiten Versuch der Gegnerinnen ließ der MRFC sich nicht davon abbringen, erbittert weiterzukämpfen und am Ende noch zwei eigene Versuche zu legen. Die geschlossene Mannschaftsleistung erlaubte es zunächst Zoe Chioato und dann Zoe Vallinga jeweils einen Versuch zu legen.
Das Endergebnis von 10:22 ergab sich durch einige unglückliche Leichtsinnsfehler, welche den Gegnerinnen das Durchbrechen der Verteidigungslinie und Legen von Versuchen erlaubte und spiegelt nicht das tatsächliche Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften wider.

 München RFC : RC Leibzig
00 : 22

Das dritte und letzte Spiel des ersten Tages musste nun gewonnen werden, um noch eine Chance auf die Runde um die ersten acht Plätze zu wahren.
Der Siegeswille des MRFC war trotz der vorangegangenen Niederlagen ungebrochen und die Motivation auf dem Höhepunkt. Der MRFC kämpfte wild entschlossen als Mannschaft, zeitweise unglücklicherweise aufgrund einer gelben Karte nur zu sechst, und machte es dem Gegner äußerst schwer, ein strukturiertes Spiel aufzubauen.
Leider passierten auch hier vermeidbare Leichtsinnsfehler, welche die Leipzigerinnen ausnutzen und verwerten konnten, weshalb es am Ende des Spieles 00:22 stand.
Auch hier war das Kräfteverhältnis der beiden Vereine ausgeglichen und der Endstand nicht repräsentativ für die Leistung der beiden Teams.

Trotz des ernüchternden ersten Spieltages war die positive Stimmung des MRFC am Abend ungebrochen. Der MRFC war nach der ersten Runde auf Platz 11 gesetzt und hatte am nächsten Tag noch die Chance, gegen den FC St. Pauli und den Sieger aus der Partie Eintracht Frankfurt/Mainz zu punkten.

München RFC : FC St. Pauli
19 : 24  n.V.

Die Münchnerinnen starteten von Anfang an stark und dominierten die Partie von Beginn an. Aufgrund einer starken Teamleistung und cleverer Spielweise gelang es zunächst Chioato, einen Versuch zu legen, ebenso gelang ihr die Erhöhung. Wohlverdienterweise und dank gewaltigem Einsatz der ganzen Mannschaft gelang Vallinga ein weiterer Versuch und Chioato eine weitere Erhöhung. Aufgrund cleverer Spielzüge der Hamburger gelang den Gegnerinnen ebenso ein Versuch sowie die Erhöhung, weshalb es zur Halbzeitpause ziemlich knapp aussah. Nach der Pause kämpfte der MRFC weiterhin stark und entschlossen und ließ sich durch den Ausgleich der gegnerischen Mannschaft nicht unterkriegen. Es folgten hart umkämpfte weitere Versuche auf beiden Seiten, wieder teilweise mit nur sechs Spielerinnen des MRFCs nach einer gelben Karte. Zum Ende der regulären Spielzeit herrschte Gleichstand von 19:19, weshalb zwei mal zwei Minuten bis zum Golden Goal nachgespielt werden musste.
In der Nachspielzeit schenkte sich keine der Mannschaften etwas. Der MRFC tat alles, was in seiner Macht stand, um die Hamburger von der eigenen Tryline fernzuhalten. Die Motivation und der Zusammenhalt der Mannschaft waren ungebrochen und zum Bersten hoch. Unglücklicherweise erhielt der MRFC kurz vor Ende und kurz vor der eigenen Tryline eine weitere gelbe Karte, weshalb kurz vor Schluss der MRFC erneut lediglich zu sechst um den Sieg kämpfte.
Bedauerlicherweise gelang St. Pauli wenige Sekunden vor Ende der erforderliche Versuch und somit der Sieg (19:24).

Durch diese erneute Niederlage ließ sich der MRFC jedoch nicht entmutigen. Im Gegenteil -  die Motivation, zumindest mit einem Sieg vom Platz zu gehen, stieg ins Unermessliche.

München RFC : Eintracht Frankfurt
19 : 05

Gegen den Verlierer der anderen Partie um die Plätze 8-12 Eintracht Frankfurt ging es gegen Mittag. Hochmotiviert und zu hundert Prozent fokussiert startete der MRFC in die Partie und zeigte seine wahre Stärke. Strukturiert und gemeinsam gelang es den Spielerinnen ein ums andere Mal, die gegnerische Abwehr zu durchbrechen und einen Versuch zu legen. Trotz eines Versuchs der Gegnerinnen, einer neuerlichen gelben Karte und somit Unterzahl ließ sich der MRFC nicht aus der Ruhe bringen und verteidigte seine Führung kontinuierlich. Nicht zuletzt aufgrund der gut und durchdacht ausgeführten Standards dominierte der MRFC die Partie von Anfang bis Ende und es war bis über die Spielfeldbegrenzung zu spüren, dass der MRFC sich diesen Sieg nicht mehr nehmen lassen würde. Die Versuche von Vallinga, Chioato und Carly Ludwig sowie die Erhöhungen durch Chioato krönten den unerbitterlichen Einsatz und die hervorragende Mannschaftsleistung dieses letzten Spiels und führten zu einem hochverdienten Endstand von 19:05.

Mit diesem Sieg stand am Ende Platz 11 der Deutschen Meisterschaft fest und belohnte das gesamte Team inklusive der Daheimgebliebenen und Verletzten für seinen Aufwand und die harte Arbeit der vergangenen Saison. Dieser Abschluss krönte den unermüdlichen und geduldigen Einsatz aller Beteiligten und bildet einen optimalen Saisonabschluss und macht den Zusammenhalt sämtlicher Mannschaftsmitglieder deutlich.
Nach der Siegerehrung (Deutscher Meister 2017: SC Neuenheim) ging es zunächst zu einem kleinen repräsentativen Stadtrundgang durch Hamburg und anschließend mit dem ICE zurück nach München, wobei die sechsstündige Zugfahrt für die MRFC-Mitglieder ganz im Gegensatz zu den übrigen Mitreisenden :P wie im Flug verging.
Die nächste Saison kann kommen!

Mannschaftsaufstellung MRFC:
Celine Calvo, Desiree Jaksch, Lisa Goldmann, Karin Knigge, Audrey Collin, Lisa Steyer, Zoe Chioato, Elisa Semedo (Capt.), Zoe Vallinga, Carly Ludwig, Heidy Pedraza, Alica Liebe